Warum ich züchte...

Bitte lesen Sie hierzu auch den Text Zuchtgedanken

Als wahre Tierfreundin von Geburt an hatte ich wirklich niemals vor, einmal Rassekatzen zu züchten, denn ich war lange Jahre der Ansicht, dass Katzenzüchter/Innen in jedem Fall Vermehrer/Innen genetischer Fehler seien und dass es auf unserer Erde schon genügend unglückliche Katzen gäbe. Sicher, dagegen ist nichts einzuwenden, aber in jedem Land dieser Welt sollten die Regierungen vermittels geeigneter Tierschutzgesetze sowie Schulungen schon in frühester Kindheit das Leben der Tiere regeln, schützen und dem Volk den Respekt vor dem Leben beibringen. Das schaffen Einzelpersonen nicht, auch keine fanatischen Tierschützer, die aus aller Herren Länder bei Nacht und Nebel Tiere importieren, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass sie damit auch Krankheiten importieren, die hierzulande kaum oder gar nicht bekannt und daher auch nicht gegenimpfbar sind.

Die Hilfe an diesen Tieren würde besser im betroffenen Land geschehen, indem man dort Muttertiere und Kater kastriert und so die unkontrollierte und wilde Vermehrung der Tiere stoppt, wie z.B. in Spanien, Italien, Griechenland etc.. Das Leid der Katzen in China oder Korea lindern wir auch nicht, indem wir in Deutschland oder sonst wo in Europa keine Rassekatzen mehr züchten. Im Übrigen beträgt der deutschlandweite Anteil der Rassekatzen an der Gesamtpopulation nur MAXIMAL 15 %!!! Und diese Rassekatzen landen seltenst und dann auch nur sehr kurz im Tierheim!
Nein! Das Umdenken muss in den Köpfen der Bewohner der betroffenen Länder geschehen, durch Aufklärung und durch Tierschutzgesetze, die wir hier nicht für die anderen Regierungen machen können.

Ich selber habe German Rex zuerst nur durch Beschreibungen im Internet auf der Suche nach der perfekten Katzenrasse kennen gelernt. Leider sind diese zauberhaften Lockengeschöpfe noch immer äußerst rar, sodass es mir nicht möglich war, solch ein Kätzchen zu bekommen. Durch einen glücklichen Zufall kam ich dann tatsächlich in den Besitz einer unglaublich wundervollen jungen GRX-Dame, die ich Felicitas (=Glück) nannte. Meine Feli ist für mich  die riesengroße Katzenliebe meines Lebens!!! Noch nie habe ich Ähnliches für eine Katze oder überhaupt für ein Tier empfunden!  Und wie ich schon im Internet gelesen, aber nicht so ganz geglaubt hatte: es ist ein ganz, ganz besonderes Gefühl, eine Rex-Katze anzufassen (und noch mehr von dieser geliebt zu werden) – eben ein Rex- (lateinisch=königliches) Gefühl!!!

Wirklich kennen lernen kann man die German Rex eigentlich nur, wenn man sie hat, wenn man mit ihr oder ihm (besser noch zwei oder mehr ;o)))  ) eine Wohnung, ein Haus teilt und sie ihre Charaktereigenschaften voll entfalten können.
Eigentlich züchte ich, weil ich es anderen Menschen nicht vorenthalten möchte, solches Glück, wie es mir mit meinen Katzen jeden Tag widerfährt, zu erleben. Dies wäre äußerst egoistisch, aber natürlich auch wegen dem Erhalt dieser einmaligen Rasse und weil ich kleine Kätzchen einfach liebe. Es fasziniert mich, sie heranwachsen zu sehen, zu beobachten, wie sie mit jedem Tag ein bisschen mehr dazulernen, immer selbstständiger werden und Stück für Stück die Welt erobern, in die sie hineingeboren wurden. Kein Wurf ist wie der andere, und jedes Katzenkind hat einen unverwechselbaren Charakter; ist für mich etwas ganz Besonderes! Und selbst nach vielen Jahren, wenn aus den einst tollpatschigen und tapsigen Kitten längst erwachsene Katzen und Kater geworden sind, bleiben es doch in meiner Erinnerung noch meine Babys.

Aus diesen Gründen habe ich mich zur Zucht, das heißt zur gesunden, behüteten Fortpflanzung dieser wirklich wunderbaren Rasse mittels der geeigneten Elterntiere innerhalb einer kleinen Hobbyzucht entschlossen und meine Kitten wie auch alle übrigen tierischen Mitbewohner werden stets denjenigen Wohnraum besitzen, den ich auch habe, es wird keine verbotenen Räume geben, in die sie nicht hinein dürfen, denn meine Locken-Kobolde sollen einmal den neuen Eignern die gleiche Freude bereiten, die ich an diesen eigenwilligen, sensiblen und agilen Geschöpfen habe!

Mir ist bewusst, dass ich als Katzenzüchterin in das natürliche Prinzip der Selektion eingreife. Mein Ziel ist es nicht, den Tieren eine größtmögliche Überlebenschance in der freien Natur zu sichern (obwohl German Rex durchaus in freier Natur überlebensfähig sind, wie meine Feli schon bewiesen hat, denn sie ist ja aus der freien Natur „gepflückt“) sondern ich will Tierliebhabern Hausgenossen geben, die sich in unseren gepflegten Wohnungen wohlfühlen und an deren Liebe, Schönheit, Charakter und Charme man sich erfreuen kann. Damit übernehme ich aber auch die Verantwortung, für die Gesundheit dieser Tiere zu sorgen. Meine Zucht soll dafür stehen, dass ich in weitestgehendem Umfang für die Sorgen und Nöte der "Adoptiveltern" zur Verfügung stehe.

Züchten bedeutet bei entsprechender Sorgfalt aber auch, dass es ein sehr zeit-, geld- und arbeitsintensives Hobby ist, wodurch in den „heißen Phasen“ oftmals das ein oder andere zu kurz kommt (hauptsächlich der Haushalt), oder durch die Kätzchen neuer Renovierungsbedarf entsteht. Meine Kitten werden genauso wie meine erwachsenen Katzen vollständig integriert. Menschen sind für die Katzen von Anfang an Freund und Spielgefährte und ein fester Bestandteil ihres Lebens. Sie bauen auf diese Weise zum Menschen ein tiefes Urvertrauen auf. Dass es auch später so bleibt, liegt in den verantwortungsvollen Händen der neuen Besitzer, in die ich meine Babys mit frühestens 12 Wochen übergebe. Weil ich mich von der Schwangerschaft der Kätzin bis zur Abgabe der Katzenkinder wirklich sehr viel um alle Tiere kümmere, schaue ich mir die neuen Besitzer erstmal etwas genauer an! Das wird sicherlich jeder verstehen.

Ich will nicht die Augen davor verschließen, dass in der Zucht auch Probleme auftreten können, sehe es jedoch als meine Pflicht an, nur diejenigen Tiere für die Weiterzucht zu verwenden, die in bester Kondition sind, einen excellenten Charakter besitzen (es gibt in jedem Wurf unterschiedliche Charaktere, manche sind etwas ängstlicher, schreckhafter, sturer, triebhafter oder temperamentvoller als gewünscht) und keine erblichen Leiden oder Defekte aufweisen.

© Kirsten Werbeck

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